Konzert in Wechterswinkel, Kritik vom Mai 2015, Rhön- und Streubote

Eine A-Capella-Reise durch die Zeit

Der Chor „Mixtura Cantorum" des Fränkischen Sängerbundes gastierte in Wechterswinkel - 09.05.2015

WECHTERSWINKEL - Mit einem „Schmankerl" der besonderen Art wurden Freunde anspruchsvoller Chormusik auf hohem Niveau am vergangenen Wochenende in der Klosterkirche Wechterswinkel verwöhnt. Die „Mixtura Cantorum", ein überregional besetzter und bekannter Chor des „Fränkischen Sängerbundes", bot ein mitreißendes Gastspiel im Besengau-Dorf. Die 60 Sängerinnen und Sänger des Ensembles verbrachten ein gemeinsames Wochenende im Landkreis.


„Mixtura Cantorum", der stimmgewaltige Chor des Fränkischen Sängerbundes, bot in der Klosterkirche von Wechterswinkel mitreißende Chor- und Orgelmusik aus sechs Jahrhunderten. Unter den 60 Sängern war auch Kreiskulturmanagerin Carolin Fritz-Reich, die somit ein Heimspiel hatte.

Bei ihrem Konzert in der Kirche St. Cosmas und Damian bewiesen sie ihr großes Können in beeindruckender Weise. Der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll hieß die Akteure wie auch die vielen Besucher im Namen des Landkreises willkommen. In seinem Grußwort ging er auf die Historie von „Mixtura Cantorum" ein. Der Chor war vor 23 Jahren von ehemaligen Mitgliedern des Jugendchores des Fränkischen Sängerbundes aus der Taufe gehoben worden. Geleitet wird er seitdem vom früheren Bundeschorleiter Karl Heinz Malzer. Die Sängerinnen und Sänger stammen überwiegend aus Franken, aber auch aus der Oberpfalz, aus Hessen, Südbayern und sogar aus der Schweiz. Zwei Sängerinnen hatten als Rhön-Grabfelderinnen an diesem Abend ein Heimspiel, darunter auch Kreiskulturmanagerin Carolin Fritz-Reich.

Suckfüll freute sich, den hochkarätigen Chor im „singenden und klingenden" Landkreis beherbergen zu dürfen. Unterstützt von der großartigen Akustik in der alten Klosterkirche boten die Sängerinnen und Sänger an diesem Abend Chormusik vom Feinsten. Chorleiter Malzer und die Mitglieder des grandiosen Ensembles nahmen das faszinierte Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise durch sechs Jahrhunderte Musikgeschichte. A-capella-Musik aus allen Epochen entdecken, erarbeiten und aufführen, das haben sich die Verantwortlichen von „Mixtura Cantorum" auf die Fahne geschrieben. Chronologisch beginnend startete man mit Werken aus der Barockzeit, wobei „Musica grata deo" von Jakob Handl den Auftakt bildete. Von Thomas Tomkins stammt „When David heard", bevor die harmonisch ausgeklügelte Motette „Unsere Trübsal" aus der Feder Johann Ludwig Bachs, angestimmt wurde.

Weiter ging es mit romantischen Werken, wie „Still schon sinkt die Sonne" von Josef Gruber. Sehr einfühlsam auch die Motette „Ave Maria - Angelus Domini" von Franz Biebl, die vom Chor eindrucksvoll interpretiert wurde. Der Neuzeit waren die abschließenden beiden Gesangsblöcke des Konzertes gewidmet. Die zeitgenössischen Komponisten Randall Stroope mit „The conversion of Saul" und „Caritas et amor" und David Ashley White mit „O Light of Light" oder auch Vytautas Miskinis mit „O salutaris hostia" und andere bezauberten mit ihren differenzierten, effektvollen Chorkompositionen, die von den Sängerinnen und Sängern engagiert und harmonisch, von piano bis fortissimo, gekonnt vorgetragen wurden.

Für Abwechslung nach jedem Dreierpakt sorgte ein großartiger Tobias Kerscher, der mit seiner Erfahrung und seinem hervorragenden Können drei Orgelwerke von Joseph Haydn, Josef Gabriel Rheinberger und Matthias Nagel darbot. Lang anhaltender, begeisterter Beifall war der verdiente Lohn für ein berauschendes Chorkonzert. Schon jetzt würden sich viele Besucher auf eine Neuauflage freuen.

Quelle: Rhön- und Streubote, Artikel vom 12. Mai 2015

Franz Gleißner - Das Buch

Unser Chorleiter Karl Heinz Malzer forschte jahrelang in allen möglichen bekannten und unbekannten Archiven und verfasste ein Werk über das Leben des Komponisten. Rechtzeitig zum Konzert erscheint nun das Buch über Franz Gleißner, einen der wichtigsten Söhne der Stadt Neustadt a. d. Waldnaab.

Sein Wirkungskreis beginnt in Neustadt a. d. Waldnaab, der Residenzstadt der Lobkowitzer, verlagert sich dann vom Jesuitenkolleg Amberg aus über München, Offenbach und Wien. Seine musikalischen Kompositionen sind europaweit verstreut. Bekannt wurde er nach langem Vergessen erst wieder 1956 mit der Entdeckung eines bis dahin völlig unbekannten Mozart-Verzeichnisses in Offenbach am Main, das er dort als Vorläufer des Köchel-Verzeichnisses verfasst hatte. Inzwischen werden seine Kompositionen, darunter 32 Messen, immer häufiger in Deutschland aufgeführt und auch im Internet wird er immer öfter aufgerufen. Franz Gleißner gilt neben Alois Senefelder als Miterfinder des lithographischen Notendrucks.
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