01. - 04. September 2016, Chorfahrt Dresden, eigener Bericht

MixturaCantorum zu Gast in der Frauenkirche Dresden

Die Kulturstadt Dresden bürgt seit Jahrhunderten für gute Chormusik. Insofern war es eine Ehre für den Chor MixturaCantorum des FSB, bei seiner Konzertreise Teil des reichen musikalischen Lebens dieser Stadt zu werden. Zusammen mit Partnern und Familien nahm sich der Chor die ersten Septembertage Zeit für Musik, Kultur, Natur und Kulinarik in und um Dresden.

Den Auftakt zur Chorfahrt bildeten die Proben und das Konzert in der Annenkirche, die mit ihrer schlichten Schönheit und einer hervorragenden Akustik einen passenden Rahmen für Chorwerke aus fünf Jahrhunderten bot. Mit Werken aus dem früheren 16. Jahrhundert von Giovanelli und Tomkins gefolgt von der Motette „Unsere Trübsal“ von Johann Ludwig Bach eröffneten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Karl Heinz Malzer das Konzert am Abend. Drei Stücke waren der Musik um 1900 gewidmet, „Wanderers Nachtlied“ von Hans Koessler, „Wir glauben an einen Gott“ von Max Reger und „Wie bist du doch schön“ von Edvard Grieg.

Werke von Ralph Manuel, Randall Stroope, RihardsDubra, Vytautas Miškinis und John Rutter bildeten den modernen Teil des abwechslungs- und spannungsreichen Konzerts, bei dem der Chor großen Wert auf die Ausgestaltung des Textes legte. Vom zarten „Caritas et amor“ bis hin zum gewaltigen Stück „A Choral Fanfare“ bot sich den Zuhörerinnen und Zuhörern eine große Bandbreite.

Organist Tobias Kerscher ergänzte das Programm durch virtuose und feinsinnig ausgearbeitete Orgelstücke von Giovanni Battista Martini, Josef Gabriel Rheinberger und Jean Langlais. Belohnt wurden die Musiker durch langen Applaus. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein konnten schließlich noch Eindrücke ausgetauscht und das Wiedersehen gefeiert werden.

Der zweite Tag diente dem Chor zur Erkundung Dresdens und seiner Umgebung. Selbstverständlich gehört dazu auch eine Wanderung im Elbsandsteingebirge. Dass der Chor auch „Open Air“ gut klingt, zeigten die Sängerinnen und Sänger bei der Fährfahrt über die Elbe in Rathen.  Auf unterschiedlichen Routen wanderten, kletterten und spazierten die Musiker zur Basteibrücke, von wo aus sie mit einem grandiosen Ausblick in die wunderschöne Landschaft des Elbsandsteingebirges belohnt wurden.

Dass Marmor nicht gleich Marmor ist, erfuhren die Mitglieder des Chores und ihre zum Teil mitgereisten Familien am Nachmittag in der Dresdner Semperoper. Bei einer Führung wurde vieles über die Geschichte, Architektur und Ausstattung dieses berühmten Opernhauses erzählt. Bei der anschließenden Stadtführung wurde Dresden als Zentrum für Kunst, Kultur und Wissenschaft spür- und erlebbar. Welch große Leistung es bedeutet, all die schönen Bauwerke nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufzubauen, wurde beim Blick und Gang durch die wunderschöne Altstadt immer wieder deutlich. Natürlich darf nach so einem Tag auch die Kulinarik nicht zu kurz kommen – so ließ der Chor bei einem „Sächsischen Gelage“ den Tag ausklingen.

Einen Höhepunkt der Fahrt stellte die Mitgestaltung des sonntäglichen Gottesdienstes in der Dresdner Frauenkirche dar. Auch hier entwickelte der Chorklang seinen Glanz im Raum der Kirche, die erst im Jahr 2005 nach ihrem Aufbau aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wieder eingeweiht wurde. Mit „Suavissime Jesu“, „Caritas et amor“ und „Unsere Trübsal“ sang der Chor Stücke, die dem Leitbild des Sonntages folgten und Liturgie und Predigt inhaltlich stimmig ergänzten. Es war eine große Ehre und ein besonderes Erlebnis für den Chor, an diesem Ort zu musizieren. Dank der hervorragenden Reiseorganisation von Vorstand Holger Ibisch, dem an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt sein soll, können alle Mixutramitglieder mit Familien auf drei erlebnisreiche und von Musik, Sonne und Kultur erfüllte Tage zurückblicken.

Vor der schönen Kulisse der Frauenkirche musste schließlich Abschied genommen werden – mit Vorfreude auf das nächste bevorstehende Probenwochenende im Oktober in Feuchtwangen mit einem Konzert in der Kirche St. Wenzeslaus inWieseth.

 

Cornelia Treml und Eva Müller

Franz Gleißner - Das Buch

Unser Chorleiter Karl Heinz Malzer forschte jahrelang in allen möglichen bekannten und unbekannten Archiven und verfasste ein Werk über das Leben des Komponisten. Rechtzeitig zum Konzert erscheint nun das Buch über Franz Gleißner, einen der wichtigsten Söhne der Stadt Neustadt a. d. Waldnaab.

Sein Wirkungskreis beginnt in Neustadt a. d. Waldnaab, der Residenzstadt der Lobkowitzer, verlagert sich dann vom Jesuitenkolleg Amberg aus über München, Offenbach und Wien. Seine musikalischen Kompositionen sind europaweit verstreut. Bekannt wurde er nach langem Vergessen erst wieder 1956 mit der Entdeckung eines bis dahin völlig unbekannten Mozart-Verzeichnisses in Offenbach am Main, das er dort als Vorläufer des Köchel-Verzeichnisses verfasst hatte. Inzwischen werden seine Kompositionen, darunter 32 Messen, immer häufiger in Deutschland aufgeführt und auch im Internet wird er immer öfter aufgerufen. Franz Gleißner gilt neben Alois Senefelder als Miterfinder des lithographischen Notendrucks.
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